Laut Folha de Sao Paulo gingen Gelder dieser Großspender zu 28,5 Prozent an Lulas PT, zu 21 Prozent an die PSDB und zu 17,7 Prozent an die PMDB. Die ersten vier in der Hitliste der Großspender sind Baukonzerne, gefolgt von einem Fleischkonzern, danach drei Banken. Wie es in einer Analyse zu den Mechanismen des Demokratiebetriebs dazu heißt, hätten sich beispielsweise bei den jüngsten Kommunalwahlen rund eine halbe Million Brasilianer als Kandidaten u.a. für das Bürgermeisteramt aufstellen lassen – nur ein geringer Teil kandidiere indessen tatsächlich, weil er große Spendensummen erhält – entsprechende Wahlergebnisse erzielt. Jene, die mit faktisch nichts ihren Wahlkampf bestritten, hätten dann gewöhnlich auch erbärmliche Ergebnisse.
Regierungsunabhängige Sozialwissenschaftler, aber auch Systemkritiker der katholischen Kirche, haben seit 2002 gleiche Argumente ins Feld geführt.
Waldemar Rossi, Erzdiözese Sao Paulo: “Nach der Militärdiktatur wurde die Politik des gesellschaftlichen Ausschlusses fortgesetzt – was stets mit der Absenkung des Bildungsniveaus beginnt. Heute wird eine halbalphabetisierte Jugend fabriziert, die sich den Interessen des Systems unterwirft. Lula und Rousseff müßten, könnten dies zum Besseren verändern – doch Lulas Absicht war, um jeden Preis an die Macht zu kommen, keinen gesellschaftlichen Wandel im Lande zu fördern. Dilma Rousseff verfolgt unglücklicherweise die selbe Linie. Überall im Staatsapparat sehen wir Korruption, Brasilien ist kulturell zurückgeblieben. Die Lage ist gravierend. Rousseff hat Schuld an dem Megaskandal um Cachoeira. Die großen Unternehmen, ob Banken, Baufirmen oder Großgrundbesitzer, investierten massiv in Rousseffs Präsidentschaftswahlkampagne – über 100 Millionen Real – betrachteten dies als Investition, verlangen jetzt von Rousseff Gegenleistungen. Sie unterwirft sich diesen Interessen.”
Ausriß – politische Bündnispartner Maluf, Lula, Haddad 2012.
Das Mensalao-Demokratieprojekt: http://www.hart-brasilientexte.de/2012/10/15/brasilien-das-mensalao-demokratieprojekt-unter-der-lula-regierung-fand-besonders-in-der-ersten-welt-sehr-viel-anklang-und-lob-kritik-indessen-aus-brasilien-selbst-sehr-haeufig-wurde-brasilien-im/
Frankfurter Buchmesse 2013 – Gastland Brasilien: http://www.hart-brasilientexte.de/2012/10/17/frankfurter-buchmesse-2013-gastland-brasilien-literatur-und-landesrealitaet-keinerlei-veranstalterhinweis-auf-gravierende-menschenrechtslage-auf-daten-und-fakten-von-amnesty-international-und-bras/
2013 wird Brasiliens Wirtschaft in mitteleuropäischen Analysen wegen eines angeblichen deutlichen Wachstums gelobt: